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Prüfen. Rufen. Drücken: Stiftung Universitätsmedizin Münster mit öffentlichem Reanimationstraining in Münsters Stubengasse
Aus Anlass der diesjährigen Woche der Wiederbelebung (21.–27.09.2026) organisiert die Stiftung Universitätsmedizin Münster zusammen mit Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Münster am Mittwoch, 23. September, zwischen 10.00 und 16.00 Uhr, ein öffentliches Reanimationstraining. Interessierte Laien können dabei unter Anleitung ihr Wissen über die richtigen Wiederbelebungsmaßnahmen im Falle eines Herzstillstands aktiv auffrischen. Üben können alle, die mitmachen wollen an zahlreichen zur Verfügung stehenden Dummies.
Der Aktionsstand mit dem großen roten Zelt steht in Münsters Stubengasse und damit zugleich in bewährter Tradition einer Reihe von Reanimationstrainings seit 2013. Am 17. September 2013 knackten rund 12.000 Schülerinnen und Schüler vor Münsters Schloss den bis dahin geltenden Weltrekord in Sachen Laien-Reanimationstraining. Verantwortlich für den damaligen Auftakt der einer bundesweiten Reanimationskampagne waren der damalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und der ehemalige Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des UKM (Universitätsklinikum Münster), Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Hugo Van Aken. „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Jeder hat dann die Möglichkeit, durch einfache Herzdruckmassage ein Leben zu retten. Man kann nichts falsch machen, außer man unternimmt gar nichts“, ist die Botschaft die Van Aken seit vielen Jahren auch Menschen ohne medizinische Vorerfahrung mit auf den Weg gibt.
Sein unermüdlicher persönlicher Einsatz weit über die Veranstaltungen im Rahmen der Woche der Wiederbelebung hinaus, hat nachhaltigen Erfolg: So wird der verpflichtende Reanimationsunterricht in immer mehr Bundesländern in den Lehrplan der Sekundarstufe I aufgenommen. Nordrhein-Westfalen war das erste Bundesland, wo dies mit Beginn des Schuljahrs 2026/27 stattfindet. Die Stiftung Universitätsmedizin Münster, deren Vorstandsvorsitzender Van Aken ist, unterstützt den Reanimationsunterricht in den Schulen des Regierungsbezirks Münster mir ehrenamtlichen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften.
Laut dem Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung erlitten allein im Jahr 2024 rund 136.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das waren im Schnitt 370 Menschen pro Tag. In etwas über der Hälfte der Fälle beginnen medizinische Laiinnen und Laien die Wiederbelebung. Die Erkenntnis, dass das Schema „Prüfen. Rufen. Drücken“ im Ernstfall lebensrettend ist, hat sich auch in der Bevölkerung inzwischen deutlich weiterverbreitet. So konnte laut einer Mitteilung des Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB) in den fünfzehn Jahren zwischen 2010 und 2025 die Laienreanimationsquote von 14 auf 53 Prozent gesteigert werden. „Trotzdem sind wir immer noch weit unter der Quote von 75 Prozent, wie sie in Skandinavien oder auch bei unseren niederländischen Nachbarn herrscht“, mahnt Prof. Van Aken.
Um gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten, dazu wird der Aktionsstand in der Stubengasse in Münsters Innenstadt sowohl von der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des UKM (Universitätsklinikum Münster) als auch von Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Münster tatkräftig unterstützt. „Unsere Notfallsanitäterinnen und -sanitäter im dritten Ausbildungsjahr werden helfen, das Publikum zu motivieren, an dem Reanimationstraining teilzunehmen“, sagt der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Prof. Dr. Andreas Bohn. Außerdem werden ärztliche Mitarbeitende aus der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am UKM bei den Trainings tatkräftig anleiten.


